Der aus Westafrika stammende Anton Wilhelm Amo, der als Kind nach Europa verschleppt wurde und später als Philosoph an deutschen Universitäten wirkte, zählt zu den bekanntesten Schwarzen Persönlichkeiten im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Dennoch blieb die Präsenz von Menschen afrikanischer Herkunft in der deutschen Vorkolonialzeit lange wenig beachtet.
Messan Tossa untersucht in seiner Studie die kulturellen, sozialen und philosophischen Kontexte, in denen Schwarze Menschen - unter ihnen Amo, Abba Gorgoryos, Angelo Soliman und Rebecca Protten - zwischen antiken Traditionen, religiösen Deutungen und den neuen Wissensansprüchen der Aufklärung wahrgenommen und dargestellt wurden. Zugleich richtet er den Blick auf die tatsächliche Präsenz Schwarzer Menschen an deutschen Höfen und in städtischen Gesellschaften. So entsteht eine facettenreiche Kulturgeschichte des Schwarzseins, die sichtbar macht, dass Schwarze Menschen lange vor der kolonialen Expansion Teil der europäischen Gesellschaft waren.