Ein System, das nicht für Frauen gemacht wurde
Sexualität ist privat - und doch hochpolitisch. Das Strafrecht spielt eine zentrale Rolle dabei, wie unsere Gesellschaft über Sex spricht. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Rechtsgebiets, das sich radikal gewandelt hat - von Verboten zur Wahrung von Moralvorstellungen hin zum Schutz sexueller Selbstbestimmung. Anhand aktueller Debatten macht Elisa Hoven sichtbar, wie sehr das Sexualstrafrecht zum gesellschaftlichen Brennglas wird: für Macht, Geschlecht und den schwierigen Umgang mit Intimität, Gewalt und Konsens. Die Frage, die über alldem steht, ist unbequem: Wie schützen wir sexuelle Selbstbestimmung, ohne sie auf eine juristische Formel zu reduzieren - und ohne die Machtverhältnisse zu ignorieren, die sie so oft aushebeln?