Zehn Jahre hat er das Gesicht nicht vergessen. Jetzt lächelt es aus jeder Zeitung.
Posen, 1996. Ein Banküberfall, ein erschossener Wachmann, sechs Männer in schwarzen Overalls. Und ein britischer SAS-Ausbilder, der eingeklemmt auf einer Rückbank liegt, Benzin riecht, die Flammen prasseln hört - und in ein Gesicht sieht, das ihn dort zurücklässt.
Kiew, zehn Jahre später. Aidan Snow unterrichtet an einer internationalen Schule. Das verletzte Bein ist geheilt, doch für den Dienst hat es nie wieder gereicht. Dann sieht er den Mann wieder. Er heißt heute Paschinski, ist ein Mann des öffentlichen Lebens und sagt in aller Ruhe, was er vorhat: Die Orange Revolution sei vorbei und vergessen, die Ukraine brauche einen neuen Hetman.
Snow weiß, wer dieser Mann wirklich ist. Nur glaubt ihm niemand - weder der britische Attaché noch der ukrainische Geheimdienst, der ihn stattdessen in eine Zelle in der Wolodymyrska-Straße bringt. Ein ausgemusterter Soldat, der jemanden wiedererkannt haben will: mehr hat er nicht in der Hand.
Und während in Transnistrien Waffen aus den größten sowjetischen Depots Europas verschwinden und in Moskau zwei GRU-Offiziere eine Akte aufschlagen, läuft die Zeit für einen Lehrer ab, der einmal etwas anderes war.