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Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) zählt zu den produktivsten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Sein gewaltiges Werk umfasst Hunderte Romane, Erzählungen und historische Schriften. Einen besonderen Rang nimmt darin die Geschichte der polnisch-sächsischen Union ein.
Von 1863 bis 1883 lebte Kraszewski im Dresdner Exil. Die Stadt wurde für zwei Jahrzehnte zu seinem Lebensmittelpunkt und zu einem wich-tigen Ort seines Schaffens. Hier entstanden zahlreiche historische
Romane über August den Starken, August III. und ihre Zeit, darunter die berühmte Sachsen-Trilogie mit Gräfin Cosel, Brühl und Aus dem Sieben-jährigen Krieg. Die sächsischen Stoffe bilden damit einen der bedeutendsten historischen Themenkreise seines Gesamtwerks.
Seine Dresdner Jahre endeten tragisch. 1883 wurde Kraszewski wegen seiner geheimen Zusammenarbeit mit Frankreich verhaftet und später zu Festungshaft verurteilt. Schwer erkrankt, kam er vorzeitig frei, konnte aber nicht mehr in sein Dresdner Leben zurückkehren. Seine letzten Jahre verbrachte er in Italien und der Schweiz.
In San Remo vollendete Kraszewski 1886 den Roman Saskie ostatki, der hier unter dem Titel Sachsendämmerung vorliegt. Das erst 1889 postum erschienene Werk beschließt nicht nur seinen großen Zyklus zur Geschichte Polens, sondern ist zugleich Kraszewskis letzter Blick auf jene sächsisch-polnische Welt, die ihn als Schriftsteller und Dresdner Exilanten über Jahrzehnte beschäftigt hatte.
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