Schwanenwerder gilt seit jeher als Berlins exklusivste Wohnlage. Frank Schüttig erzählt die wechselvolle Geschichte dieser Insel, in der sich die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts spiegeln. 1882 kaufte ein Lampenfabrikant das ursprünglich kaum bewachsene Eiland an der Havel und legte den Grundstein für eine mondäne Villenkolonie, in der sich Industrielle, Bankiers und Warenhausbesitzer niederließen.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden jüdische Eigentümer vertrieben und ihre Villen gingen teils an NS¿Funktionäre wie Joseph Goebbels und Albert Speer über. Nach 1945 wurden viele verwaiste Anwesen von den US¿Alliierten und dem Berliner Senat genutzt, bevor sich seit den 1960er¿Jahren wieder prominente Persönlichkeiten auf der Insel ansiedelten.