Anders als in vielen Ländern dieser Welt ist Bahnfahren in der Schweiz nicht gerade spannend - es passiert einfach zu selten etwas Unvorhergesehenes: Der Taktfahrplan wird eingehalten, die Züge sind sauber, und selbst am Abend, wenn man aus dem Fenster in die schwarze Nacht sieht, wird einem nicht mulmig, weiß man doch, dass viele Abteile Überwachungskameras haben und der Kontrolleur ab einer gewissen Uhrzeit von einem Sicherheitsbeamten begleitet wird. Wenn aber Schweizer Krimiautor*innen zusteigen, muss man sich auf etwas gefasst machen. Egal ob auf der Gotthard-Strecke nach Airola, im Panoramawagen von Luzern nach Interlaken, zwischen Solothurn und Moutier oder in der Zürcher Dolderbahn: Wer mit diesen Autor*innen unterwegs ist, kann nie sicher sein, was es zu sehen gibt, wer mitfährt und welche Wendungen Reisebekanntschaften nehmen. Denn mitunter bleibt nicht nur der Zug auf der Strecke liegen.