Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf. Dreißig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.
Ein hoch amüsanter Roman über die Frage, wie sehr man sich selbst treu bleiben kann und will.
Wenn ich heute an unsere WG denke, ist sie ein Kontinent für sich, wir waren die Entdecker, wir bauten eine Hochkultur auf mit eigener Sprache und eigenen Gesetzen, dann führten wir sie in den Untergang. Dass die Zeit an der Zederstraße begrenzt sein würde, wussten wir von Anfang an. Eines Tages wohnen wir alle zusammen in einem großen Haus, sagten wir immer, wenn die Endlichkeit anklopfte. Der gemeinsame Traum war unser Trost.
Als sie fast dreißig Jahre später das Haus ihrer damaligen WG kaufen könnten, weiß Béla nicht, ob die Pläne von damals noch zu dem Mann passen, der er heute ist. Die Freunde von früher sind erwachsen geworden. Damit hat niemand gerechnet.
In unglaublich lustigen, selbstironischen und entlarvenden Szenen entwirft Micha Lewinsky das Porträt einer urbanen, leicht erschöpften Generation.