Lavez / Speckstein gehörte auf der ganzen Welt seit prähistorischer Zeit zu den gesuchtesten Rohstoffen und ist dies, vor allem in den Gebieten mit reichen Vorkommen, bis in die Neuzeit geblieben. Es handelt sich um ein relativ rares, aber mit besonderen Eigenschaften ausgestattetes Gestein, zu denen leichte Bearbeitbarkeit, Zähigkeit und Feuerbeständigkeit zählen. Diese machen es in zahlreichen Kulturen zu einem geschätzten Werkstoff für Gefässe, Öfen, Skulpturen usw.
Der alpine Speckstein wird im Deutschen, in Anlehnung an lokale Bezeichnungen, als Lavez (Italienisch: pietra ollare; Französisch: pierre ollaire) bezeichnet..
Wie viele andere Gebirge der Welt sind auch die Alpen von Genua bis zum Burgenland südlich von Wien reich an Lavez-Vorkommen, mit Schwergewicht im zentralen Bereich vom Val d'Aosta bis ins Veltlin, wo eine ei-genständige Technologie entwickelt wurde, um aus einem einzigen Rohling einen ganzen Satz von Gefässen zu drehen.
Der Schwerpunkt dieses Buches liegt bei diesen alpinen Vorkommen, deren Verarbei-tung und der Verbreitung der daraus hergestellten Produkte. Da jedoch zahlreiche Parallelen bezüglich Abbaumethoden und Anwendungen in verschiedenen Kulturen rund um die Welt existieren, werden auch ausgewählte Regionen ausserhalb der Alpen präsentiert (Skandinavien, Amerika, Afrika, Asien).