Wie man vom Idealisten zum Stoiker in den wechselvollen Windungen des Weltgetriebes wird, zeigt der Autor mit seinen eindrucksvollen Sprachbildern aus 80 Jahren Lebenserfahrung vom im Krieg 1943 bürgerlich geborenen Knaben, der Philosophie studiert hat, aktiver 68er war, allzu gerne ein guter Revolutionär geworden wäre und nun nach 45 Jahren als Medienpionier und Verlagsarbeiter ruheloser Autor ist, der schreibt und schreibt. Dieses Werk verzaubert und entsetzt zugleich in einem Kaleidoskop des Unvorstellbaren mit einer Lebensgeschichte, die anmutet wie eine Sammlung ungezählter verschieden gelebter Leben und bewusst ausgetragener Konflikte. Kaum fassbar, dass eine einzelne Person im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert allein eine derart große Vielfalt an Erfahrungen in jede Richtung zwischen 'zum Tode betrübt und zum Himmel hoch jauchzend' unter allen erdenklichen Umständen gemacht haben kann, wie der Autor als Protagonist dieser Lebens- und Leidensgeschichte. Dabei war er ein verantwortlicher Familienvater für zwei Söhne und 55 Jahre glücklich mit derselben Frau verheiratet, bis der Tod sie 2020 auseinandergerissen hat.