Wie vielfältig zeigen sich Pflegebildung und Pflegepraxis heute? Und welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus? Die Beiträger*innen eröffnen wissenschaftliche und praxisnahe Perspektiven auf Diversität, Diskriminierung, Intersektionalität, sprachliche Anforderungen, kulturelle und queere Lebensrealitäten sowie den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz in Bildungsprozessen. Damit verbinden sie theoretische Reflexionen mit konkreten Beispielen und Impulsen für eine gerechte, diskriminierungssensible und zukunftsorientierte Pflege - eine Analyse, die nicht nur Fachpersonen und Studierende anspricht, sondern sich an alle richtet, die gesellschaftliche Vielfalt im Gesundheitswesen besser verstehen möchten.
Pierre Bourdieus langjährige Thematisierung keineswegs nur »traditioneller« Geschlechterverhältnisse fokussiert vor allem die ausgeprägte, gleichzeitig praktische und symbolische Zuweisung und Wahrnehmung der Geschlechterdispositive. Diese sind tief in Strukturen der sozialen Organisation, der Familie, der Sippe und Sippengemeinschaft eingebettet und werden mythisch-kosmologisch überwölbt. Dass solch symbolisch aufgeladene Geschlechterverhältnisse auch in unserer »Moderne« ihr willkürliches Recht beanspruchen, ist nur eine der radikalen Schlussfolgerungen, die Bourdieu den Leser*innen nahezubringen gelingt.