Band 5 der Notizbuch-Ausgabe führt hinein in eine Zeit biografischer und weltanschaulicher Veränderungen: Gegen Brechts erste Frau, Marianne Zoff, läuft eine Scheidungsklage, während seine künftige, Helene Weigel, mit Sohn Stefan schwanger ist. Das Feuilleton feiert Brecht als radikalen Vertreter einer jungen »Bühnendichter-Generation«. Er selbst erprobt neue Formen wie erotische Sonette (
Sonett über einen durchschnittlichen Beischlaf
) oder polemische Essays (
Über Kunst und Sozialismus
), arbeitet an dramatischen Sujets (
Mann ist Mann, Jae Fleischhacker
, erste Entwürfe zu
Fatzer
) und beschäftigt sich mit marxistischem Gedankengut oder der Frage nach der politischen Gewalt des Ästhetischen.
Die fünf erstmals edierten Notizbücher 16-20 geben aufschlussreiche Einblicke in diese wegweisende Umbruchszeit. Ein ausführlicher Stellenkommentar und das Tagebuch von Brechts Mitarbeiterin Elisabeth Hauptmann erschließen wichtige Hintergründe.